Workflow-Guide Musikproduktion
Von der Idee zum fertigen Track

Manchmal kann es ganz schön frustrierend sein, aus einer ersten Idee einen vollwertigen Track zu basteln. In diesem Workflow-Guide für Musikproduktion zeigen wir dir Schritt-für-Schritt, wie du Inspiration findest, deine Sounds entwickelst und deinen Song fertigstellst.
1. Inspiration finden: Der Startpunkt
Schritt 1: Ideen sammeln
- Nutze Voice-Memos, um Melodien oder Ideen schnell festzuhalten, wenn sie dir durch den Kopf schießen.
- Lasse dich immer wieder von anderen Songs, Sounds oder Filmen inspirieren.
- Denke an bestimmte Situationen oder Emotionen, die du zum Ausdruck bringen willst.
Schritt 2: Referenztracks auswählen
- Höre Musik in deinem gewünschten Genre. Finde dabei einen Track, dessen Energie oder Sound du anstrebst.
- Achte dabei auf das Tempo, Instrumentierung und Stimmung.
- Wenn du genaue Angaben zum Key oder Tempo (BPM) haben willst, google nach dem Song, meistens wirst du dabei fündig.
💡Tipp: ,,Tunebat“ und ,,SongBPM“ sind zwei Websites, bei denen du schnell hilfreiche Informationen wie BPM, Key und Beschreibungen zu deinen Referenztracks finden kannst.
2. Songwriting & Arrangement: Die Grundstruktur
Schritt 1: Melodie & Harmonie
- Beginne mit einer einfachen Top-Melodie oder simplen Akkorden auf deinem MIDI-Keyboard. Alternativ kannst du auch einfach mit ein paar Samples beginnen, die dir gefallen.
- Spiele ein bisschen mit den Samples, bzw. deiner Melodie herum, bis sie dir emotional zusagt und du einen für dich ansprechenden Rhythmus gefunden hast.
Schritt 2: Grundbeat erstellen (Drums)
- Wähle dein passendes Tempo (BPM) und genretypische Drums.
- Starte mit einem einfach Kick-und Snare/Clap-Pattern, ergänze Hi-Hats und Percussion.
Schritt 3: Arrangiere die Struktur
- Plane & bereite die Abschnitte deines Tracks vor: Intro, Verse, Chorus, bzw. ,,Drop‘‘ im EDM, Break & Outro.
- Nutze dynamische Wechsel, z.B durch reduzierte Instrumente im Verse und einen kraftvollen Drop im Refrain.
💡Tipp: In FL Studio kannst du an ausgewählten Stellen in der Playlist Marker setzen & diese dann entsprechend beschriften. Orientiere dich einfach an dem Arrangement eines Referenzsongs, welcher deiner Idee am Ehesten kommt und übernehme dessen Struktur!
,,Ich empfehle dir zum Einstieg ein kompaktes MIDI-Keyboard, um deine Melodien und Basslines schneller auszuprobieren. Es ist ein hilfreiches Tool, um deine Songideen direkt umzusetzen und sich kreativ zu entfalten“
Julian
Musikproduzent & Gründer von ProducerLife
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3. Sound Design: Kreativität entfalten
Schritt 1: Synthesizer & Samples
- Experimentiere mit verschiedenen Synthesizern, um charakteristische Sounds zu entwickeln.
- Serum (sehr beliebt bei Musikproduzenten), oder auch Vital als kostenlose Alternative, eignen sich hervorragend als Synthesizer.
- Kombiniere Layer aus unterschiedlichen Quellen: Zum Beispiel Synth-Bass + Samples für mehr Tiefe.
Schritt 2: Soundeffekte
- Nutze Reverb, Delay oder Saturation gezielt, um die gewünschte Atmosphäre zu schaffen.
- Automatisiere diese Effekte, sowie die Lautstärken einzelner Sounds, um bestimmte Passagen gezielt hervorzuheben.
- Auch Automationen von Low- und Highpassfiltern eignen sich häufig gut, um den Song lebendiger und dynamischer klingen zu lassen.
4. Mixing: Der Klang im Fokus
Schritt 1: Balance
- Stelle sicher, dass jede Spur klar hörbar ist. Beginne mit deinen Hauptelementen, in der Regel also Drums, Vocals und Bass.
- Passe die Lautstärke der anderen Elemente an.
➜ Achte beim Mixing darauf, immer zuerst deine Hauptelemente wie Drums, Vocals, Bass und Main Lead zu mixen und zu optimieren, dann alles andere.
Schritt 2: EQ und Kompression
- Entferne störende Frequenzen mit dem EQ: Zum Beispiel Low-Cut für alle nicht basslastigen Instrumente und Sounds.
➜ Konkret: Alle Instrumente und Sounds, die nicht zum Bass oder den Drums (Kick) gehören, kannst du per Low Cut-Filter in einem EQ zwischen 120-100 Hertz bedenkenlos wegschneiden.
- Nutze Kompression für Spuren, um sie kontrollierter und kraftvoller klingen zu lassen. Wenn du erst wenig Erfahrung mit Kompression hast, nutze das gratis Multiband-Kompressor-Plugin ,,OTT“ von xfer. Es macht vor allem Synths und Bass Sounds luftiger und druckvoller.
Schritt 3: Räumliche Effekte
- Verleihe deinem Mix Tiefe, indem du Effekte wie Reverb und Delay sinnvoll einsetzt.
- Platziere Sounds im Stereo-Feld, um den Mix breiter wirken zu lassen.
- Nutze für das Stereo-Imaging z.B. das gratis Plugin ,,Ozone Imager“ von iZOTOPE.
💡Tipp: Setze Reverb & Delay mit Bedacht ein, denn zu viel davon kann deinen Mix schnell verwaschen und undefiniert klingen lassen. Gerade Einsteiger neigen dazu, diese Effekte zu stark zu nutzen.
5. Mastering & Feedback: Der letzte Schliff
Schritt 1: Lautstärke anpassen
- Nutze Limiter, um die Lautstärke zu maximieren, ohne die Dynamik dabei zu verlieren.
- Passe den Gesamtpegel so an, dass der Track auf allen Systemen gut klingt.
Schritt 2: Frequenzbereiche überprüfen
- Achte darauf, dass insgesamt der Bass kräftig, die Mitten warm und präsent, und die Höhen klar sind.
- Verwende Plugins wie Analyzatoren (z.B. SPAN), um Frequenzen gezielt auszugleichen.
Schritt 3: Vergleiche mit Referenztracks
- Lege beim Testhören immer wieder deinen gewählten Referenztrack daneben.
- Achte dabei auf Lautstärke, Energielevel und Frequenzverteilung. Dein Track muss nicht exakt gleich klingen, aber in der Wirkung ähnlich kraftvoll sein.
Schritt 4: Teste deinen Track
- Höre deinen Track auf verschiedenen Systemen: Kopfhörer, Studiomonitore & im Auto.
- Prüfe dabei, ob dein Track die Energie und Emotionen wie geplant transportiert.
➜ Vergleiche dann: Wie hört sich der Referenztrack z.B. im Auto im Gegensatz zu meinem an – Somit kannst du super vergleichen!
💡Tipp: Mache regelmäßig Pausen und & höre später wieder mit frischen Ohren. Nach ein paar Tagen Abstand hörst du deinen Track oft viel objektiver. Diese kleine Pause ist manchmal der Schlüssel zum Letzten Feinschliff.
Schritt 5: Hole dir Feedback
- Schicke deinen Track an Freunde, Produzenten oder teile ihn mit Uns Hier (bald verfügbar).
- Sei offen für konstruktive Kritik und nutze sie zur Verbesserung.
6. Veröffentlichung: Dein Moment
Schritt 1: Wähle die richtige Release-Strategie
Entscheide, ob du den Track als Free Download anbietest (z.B. auf SoundCloud), oder über Distributoren wie DistroKid oder TuneCore auf Spotify & Co. bringst.
Überlege, ob du zusätzlich eine kleine Premiere auf YouTube oder ein Visualizer-Video auf TikTok erstellen willst, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Schritt 2: Erstelle ein passendes Cover-Artwork
Ein ansprechendes Cover ist wichtig, damit dein Track auf Streaming-Plattformen ins Auge fällt.
Nutze einfache Tools wie Canva oder Plattformen wie Fiverr, falls du das Design nicht selbst machen willst.
Schritt 3: Bereite einen Social Media Post vor
Nutze kurze Ausschnitte deines Tracks (z.B. 15 Sekunden) als Teaser auf Instagram, TikTok und Co.
Erzähle in den Posts auch kurz die Story hinter dem Track („Diesen Song habe ich gemacht, als…“), um eine emotionale Verbindung zu schaffen.
Schritt 4: Verlinke deine Musik
Erstelle einen kostenlosen Linktree oder eine eigene Seite mit allen Streaming-Links, damit deine Hörer deine Musik überall finden können.
Beispiel: Dein Linktree enthält Spotify, Apple Music, YouTube und SoundCloud auf einen Blick.
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Bleibe geduldig! Jeder Track, den du produzierst, bringt dich weiter.
Musikproduktion ist ein Prozess, bei dem du kontinuierlich lernst. Dein Workflow wird sich verbessern, je mehr Tracks du fertigstellst.
Fang an, bleib konsistent und mache deine Ideen hörbar!
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